dr.med. gesine dreismann

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Merkblatt Sonne


                      

1. Jeglichen Sonnenbrand vermeiden. Je höher die Zahl der Sonnenbrände (v. a. in der Jugend), desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken. In der Jugend ist die Lichtempfindlichkeit um das Zehnfache erhöht. Mehr als 3 Sonnenbrände in der Jugend erhöhen das Risiko der Entstehung eines  Melanoms um den Faktor 5.


2. UV-A bewirkt Bräunung und vorzeitige Hautalterung, UV-B verursacht Sonnenbrand. Beide verursachen Immunsuppression und Hautkrebs. Bei 1/3 der auf der Haut ankommenden Sonnenergie handelt es sich um den nicht wärmefördernden Anteil des Infrarotlichtes IR A (Infrarot- A- Strahlung), welche zu einer Bildung von aggressiven Sauerstoffradikalen in den Mitochondrien und damit zur vorzeitigen Hautalterung führt.


3. Selbst durch einen leichten Sonnenbrand erleidet die Haut einen nicht mehr reparierbaren Schaden. Je mehr Schäden gesetzt sind, desto schneller entwickelt  sich ein Hautkrebs.
Die Haut speichert ein Leben lang jeden erhaltenen Sonnenstrahl. Das Reparatursystem ist begrenzt. Nur Sonnenschäden, die von 2/3 der Erythemdosis (Sonnenbrandschwelle) verursacht werden, können binnen 24 Std. korrigiert werden. Die von höheren Dosen verursachten DNS –Veränderungen (= Schädigungen an den Zellkernen) bleiben bestehen und werden bei jeder Zellteilung an die Tochtergeneration weitergegeben. Somit „spart“ der Betroffene Jahr für Jahr auf den chronischen Sonnenschaden („Lichtschaden“) an, ohne dieses zu merken, da ja die Sonnenbrandschwelle nicht überschritten wird. (Neuerdings gibt es Photolyase –haltige Sonnenschutzmittel und After Sun Präparate, die Schäden in gewissen Grenzen wieder „reparieren“ können.)


4. Das Risiko ein Melanom zu entwickeln steigt um 75%, wenn man vor dem 30. Lebensjahr häufiger ins Solarium geht. Zusätzlich besteht ein höheres Risiko Augenmelanome zu entwickeln.


5. Zwischen 10 Uhr und 15 Uhr ist der UV-B-Anteil am höchsten. Sand, Schnee und  Wasser erhöhen durch Reflexstrahlung die Sonnenintensität um bis zu 85%. Pro 1000 m Höhenzunahme steigt die UV-B-Intensität um 10-15%. 1 Meter unter Wasser sind noch 50% UV-B-Strahlen und 75% UV-A- Strahlen nachweisbar.
Unter www.uv-check.de und www.mysuncheck.com (App für i Phone) haben Sie die Möglichkeit individuell für Ihren Hauttyp, zu jeder Zeit und an fast jedem Ort in ganz Europa  sich Ihre maximale Eigenschutzzeit über Internet oder Handy anzeigen zu lassen.


6. Helle Textilien lassen UV-Strahlen durch.
Auch bei bewölktem Himmel kann ein Sonnenbrand entstehen, da die IR-Wärmestrahlung wesentlich stärker abgeschwächt wird als die UV-A- und UV-B- Strahlung und somit als Warnsignal entfällt.


7. Der Lichtschutzfaktor sollte für UV A und UV B angezeigt sein.
    LSF    UVB                         Schutzklasse 
      6                                     Basisschutz
     15-25                               Mittlerer Schutz
     30-50                               Hoher Schutz
     50+                                  Sehr hoher Schutz
   
Lichtschutzfaktor 30 filtert ca. 96,7 % der UVB Strahlen heraus, LSF 50 filtert ca.98%.
Gefahr: wenn durch Anwendung von Sonnenschutzmitteln kein Sonnenbrand auftritt, kann es dazu verleiten, länger in der Sonne zu bleiben, wodurch die Schädigung durch IRA s. o. intensiviert wird)


8.Empfehlungen für den täglichen Umgang mit UV-Licht:


• Meidung von UV-Licht aus künstlichen Quellen(Solarien). 
Meidung des Sonnenlichtes zwischen 11-16 Uhr in den Sommermonaten.         
(„Wenn Dein Schatten kürzer ist als Du selbst, bleib aus der Sonne“)


• Tragen von lichtdichten Textilien( Hüte mit breiter Krempe) und UV-dichten Sonnenbrillen. Weitere Info hier.


• An von Kleidung unbedeckten Körperstellen tägliche Verwendung eines Lichtschutzpräparates von mindestens LF 20 mit Wirksamkeit sowohl im UVB- als auch im UVA- Bereich. [Bei der Bestimmung des Lichtschutzfaktors werden 2mg /cm² (entspricht 30g für den ganzen Körper) aufgetragen. Wird weniger verwendet, reduziert sich der LF exponentiell,d.h. LF 60 sinkt auf LF 7,7 ]Auch durch Abwischen vermindert sich der Lichtschutz. Kleidung erst 8 Minuten nach dem Auftragen anlegen, sonst Reduktion des LSF um nahezu 50%! 1x dick auftragen ist besser als mehrmals nachzucremen.

•  In Risikosituationen(Strand, Gebirge) oder bei Personen mit besonders empfindlicher Haut, werden höhere Lichtschutzfaktoren empfohlen.

• Verwendung von wasserfesten Lichtschutzmitteln beim Baden. ( durch das Abfrottieren verbleibt ca 80% des Lichtschutzmittels im Handtuch)

• Durch gesunde vitaminhaltige und polyphenolhaltige Ernährung ( Ascorbinsäure, alpha- Tocopherol, Vitamin C, ß-Carotin, Lycopin, grüner Tee) werden die freien Radikale, die bei Besonnung entstehen, neutralisiert so dass ein innerer Lichtschutz vom Faktor 2-3 erreicht werden kann. Ein Extract einer zentralamerikanischen Farnpflanze - Polypodium Leucotomos (PLE)- ist der derzeit wirksamste Lichtschutz in Tablettenform, der aber nur in Verbindung mit Sonnencreme optimalen und krebsvorbeugenden Schutz bietet. Weitere Info über Sonnenschutz zum "Schlucken" finden Sie hier.

9. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Sonnenbräunung wird bei vernünftigem Sonnenverhalten (Strahlendosis unter 60% der Erythemdosis= Sonnenbrandschwelle) nachweislich nicht vermindert.

10. Zur ausreichenden Bildung von Vitamin D reicht  natürliche Besonnung von Gesicht und Händen kaum aus. Sich längere Zeit ohne Schutzcreme der Sonne auszusetzen zieht die Gefahr der Entstehung von Hautkrebs nach sich.- Älteren Menschen wird die Bestimmung des Vit. D Spiegels und gegebenenfalls die Einnahme von Vit. D empfohlen. Solarien sind nicht geeignet, den Vit. D Spiegel zu erhöhen.


Stand: Feb.2012